Feldtag 2026: Ein gelungener Abschluss für das VORWERTS Projekt
July 2026
Mit dem Feldtag am 25. Juni 2026 auf den Versuchsflächen in Neu-Eichenberg fand das VORWERTS-Projekt einen gelungenen Abschluss. Unter dem Motto „Mehr Vielfalt, mehr Wertschöpfung – Innovation in die Fläche“ wurden die wichtigsten Ergebnisse aus drei Jahren gemeinsamer Forschung und Zusammenarbeit mit Praxispartnern vorgestellt und mit rund 80 Teilnehmenden aus Landwirtschaft, Verarbeitung, Beratung, Wissenschaft und Politik diskutiert.
Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Maria Finckh (Fachgebiet Ökologischer Pflanzenschutz, Universität Kassel) und einem Grußwort des Hessischen Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat, führte der Vormittag auf die Versuchsflächen. An sechs Stationen wurden aktuelle Forschungsergebnisse präsentiert und mit den Teilnehmenden diskutiert.
Wir freuen uns über die großen Fortschritte bei der Entwicklung von Wertschöpfungsketten für Mischkulturen
Anschließend wurden die Ergebnisse des VORWERTS-Projekts aus den Bereichen Agronomie, Betriebswirtschaft und Vermarktung präsentiert. Deutlich wurde, welche Fortschritte in den vergangenen Jahren bei der Entwicklung regionaler Wertschöpfungsketten für Mischkulturen erzielt wurden. Gemeinsam mit den Projektpartnern konnten Herausforderungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Anbau über die Aufbereitung und Verarbeitung bis zur Vermarktung – identifiziert und vielfach bereits gelöst oder deutlich reduziert werden. Damit wurden wichtige Voraussetzungen geschaffen, um Weizen-Körnerleguminosen-Mischkulturen künftig vermehrt in regionale Bio-Wertschöpfungsketten zu bringen.
Am Nachmittag boten zwei praxisnahe Workshops Gelegenheit, die Projektergebnisse direkt zu erleben. Im Workshop „Reinigung und Aufbereitung von Gemengen“ wurden die Funktionsweise und Einsatzmöglichkeiten eines Schneckentrieurs sowie eines Farbsortierers demonstriert. Im zweiten Workshop erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die Potenziale und Verarbeitungseigenschaften von Erbsenmehl in Backwaren. Bis zu 10 % Körnererbsenmehl – fermentiert oder als Brühstück verarbeitet –lässt sich einsetzen, ohne den Geschmack der Backwaren merklich zu verändern. Eine breite Anwendung dieses Verfahrens in Bäckereien könnte ein erhebliches zusätzliches Vermarktungspotenzial für Körnererbsen schaffen, deren Absatz bislang eine der größten Hürden für den Anbau von Mischkulturen darstellt.
Der Feldtag machte deutlich, dass die Arbeit mit dem Projektende nicht abgeschlossen ist. Vielmehr hat VORWERTS wichtige Grundlagen geschaffen, um vielfältige Anbausysteme und regionale Wertschöpfungsketten weiterzuentwickeln und gemeinsam mit Praxis, Beratung und Wissenschaft in die Fläche zu tragen.
Wir bedanken uns herzlich bei allen Projektpartnern, Referierenden und Teilnehmenden, die zum Erfolg des Projekts und des Feldtages beigetragen haben. Ein besonderer Dank gilt zudem dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat für die Förderung des Projekts im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau (BÖL).
Ronja Hüppe
